Zen

Der Name Zen kommt aus Japan und bedeutet so viel wie «Zustand meditativer Versenkung». Seine Wurzeln liegen in Indien, dem Geburtsland von Buddha Shakyamuni. Heute wissen immer mehr Menschen auf der ganzen Welt Zen zu schätzen und erleben, wie sie mit Hilfe von Zen elementare Dinge wie Gelassenheit, das Loslassen oder die Konzentration auf das Wesentliche effektiv trainieren können.

Ursprung von Zen

Die Wurzeln des Zen liegen in Indien, dem Geburtsland von Shakyamuni Buddha, dem «historischen Buddha» (geb. 563 v Chr.).  Er wird im Zen als erster Lehrer angesehen, daher spricht man auch vom Zen-Buddhismus. Zen selbst ist keine Religion, schließt aber auch Religiosität nicht aus.

Der Name leitet sich aus der Abkürzung von Zenna oder Zenno ab, der japanischen Schreibweise für den chinesischen Begriff Ch’anna (Ch’an). Ch’anna hat die gleiche Bedeutung wie das Sanskrit-Wort Dhyana und bedeutet Meditation oder Versenkung. 

Zen im 6. Jahrhundert

Im 6. Jahrhundert brachte der indische Fürstensohn und Patriarch Bodhidharma die Lehre nach China. In Verbindung mit dem Taoismus entwickelte sich Zen (Ch’an).

Hui-neng (638–713), der 6. Patriarch des Zen in China, gilt als der eigentliche Vater des Zen, weil er diesem das typische Merkmal der Unmittelbarkeit und der Freiheit von allen philosophischen und religiösen Bindungen verlieh. 

Er löste das Zen aus seiner vom indischen Buddhismus beeinflussten, traditionell-klösterlichen Prägung heraus, indem er betonte, dass es nicht nötig sei, ein Mönch oder eine Nonne zu werden und ein der Welt abgewandtes Leben zu führen, um zur Erleuchtung zu gelangen.

ZEN ab dem 12. Jahrhundert

Als Zen im 12. Jahrhundert Japan erreichte, waren es die Samurai, die für dessen Entwicklung in Japan eine wichtige Rolle spielten. Da Japan zwischen dem elften und siebzehnten Jahrhundert unzählige Kriege um die Vorherrschaft verschiedener Clans erlebte, waren die Samurai an allen Möglichkeiten, ihre Überlebenschance zu erhöhen, interessiert. Das chinesische Ch’an war wie geschaffen dafür. 

Die Schärfung der fünf Sinne und die Fähigkeit zur absoluten Konzentration und Ruhe selbst im Angesicht des Todes waren für die Krieger von unschätzbarem Wert. Zen wurde zum Geist ihrer Kampfkunst und zu ihrem Lebensinhalt. Die Samurai brachten das japanische Zen zur Reife und umgekehrt – aus Schwert und Bogen wurden Hilfsmittel für die Meditation.

Später entstanden eine Reihe verschiedener Disziplinen, die auch als Wege des Zen bekannt wurden. Dazu zählen z.B. Chado (der Teeweg), Kyudo (der Weg des Bogenschiessens) oder Shodo (der Weg der Schreibkunst).

Es entwickelte sich das hervorragende Zen-Trainingssystem, wie es noch heute in japanischen Zen-Klöstern praktiziert wird. Durch ein effektives Qualitätssicherungssystem der Lehre, konnte sich das Zen bis heute authentisch erhalten. Es beinhaltet, dass die Ernennung eines Zen-Lehrers nur durch direkte Übertragung vom Lehrer zum Schüler erfolgt und nur abhängig ist von der Tiefe der Zen-Erfahrung. Herkunft oder Bildungsgrad spielen keine Rolle. 

«Der ZEN-Weg ist nichts, das erlernt werden kann.
Lernen führt zum Festhalten an Begriffen,
und dies ist ein völliges Missverständnis des Weges.»